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NAR-Seminar: Kunst und Aktivität bis ins hohe Alter

09. Juli 2009, 17 - 19 Uhr, Neue Universität, Hörsaal 10

  

Wildor Hollmann

 

Prof. Dr. Wildor Hollmann
Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule Köln

Altern, Gehirn, Demenz und körperliche Aktivität (Videovortrag 77 min.)

 

 

 

Die Behandlung der Alzheimer-Erkrankung (AD) erfolgt immer interdisziplinär und umfasst Information, Beratung und Aufklärung von Patienten und Angehörigen, sie muss berücksichtigen, dass die Krankheit (noch) nicht heilbar ist. Alle Behandlungsmaßnahmen (psychologische, soziale und medizinische) müssen an den fortschreitenden Verlauf der Erkrankung adaptiert werden. Neue Erkenntnisse zu Risikofaktoren der AD eröffnen erstmals die Möglichkeit, den Patienten über Präventionsstrategien zu beraten. Weiterhin werden zur Zeit mehrere neue Behandlungsansätze erprobt, die eine positive Langzeitwirkung erhoffen lassen. Aus Sicht der klinischen Forschung ergeben sich somit realistische Hoffnungen auf eine bessere Therapie in naher Zukunft.

 

 

Thomas Röske

 

Dr. Thomas Röske
Sammlung Prinzhorn, Psychiatrische Universitätsklinik, Universitätsklinikum Heidelberg

Ein Leben mit Kunst bis ins hohe Alter – Ein Beispiel aus der Sammlung Prinzhorn (Videovortrag 31 min.)

 

 

 

Der Vortrag stellt das reiche und eigenwillige Werk der Künstlerin Gudrun Bierski (Mährisch-Ostrau 1925 - 2006 Frankfurt) vor, einer der herausragenden Neuzugänge der Sammlung Prinzhorn. Bierski lebte nach Studium in Wien und Karlsruhe seit 1955 in Frankfurt am Main, wo sie als technische Zeichnerin arbeitete. 1969 zwang sie eine nervliche Krise in die Unselbständigkeit. Bei Eltern und Schwestern widmete sie sich mehr denn je ihrer Kunst.

Neben Gemälden, für die sie Pappmaché-Rahmen fertigte, entstanden Teppiche, deren Vielfarbigkeit selbst erdachten Codes folgt. Bierski wurde exzentrisch, trug winters wie sommers nur noch Selbstgestricktes und badete einmal bekleidet im Main. Da Ende der 90er ihre Wohnung zuwucherte und die Amtsärztin „Schizophrenie“ diagnostizierte, wurde eine Betreuerin eingesetzt. In den letzten Jahren notierte Bierski Substantive und Reihen einfacher Zahlen in Kladden und Heften. Auch in Romane schrieb sie Wörter, oder sie überarbeitete jeweils eine Seite mit Schraffen. Erst nach ihrem Tod entdeckten die Erben den großen Umfang des Œuvres. Noch im selben Jahr schenkten sie den überwiegenden Teil der Heidelberger Sammlung.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 06.11.2012