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NAR-Seminar: Metabolisches Syndrom

22. April 2009, 17 - 19 Uhr, Neue Universität, Neue Aula

  

Stephan Herzig

 

Dr. Stephan Herzig
Molekulare Stoffwechselkontrolle, DKFZ Heidelberg

Umwelt, Gene und das Metabolische Syndrom (Videovortrag 31 min.)

 

 

 

Die Aufrechterhaltung aller wesentlichen Lebensvorgänge beruht auf der effizienten und fehlerfreien Kommunikation zwischen Umwelt und Organismus einerseits und zwischen den biologischen Einheiten eines Körpers andererseits, da diese die Anpassung der jeweiligen Lebensfunktion an wechselnde Umwelteinflüsse erlaubt. Aufnahme, Verarbeitung und Weiterleitung externer Stimuli in das Körperinnere stellen damit fundamentale Vorgänge bei der Entwicklung, dem Wachstum und Überleben eines Organismus dar. Schwere Stoffwechselerkrankungen wie das Metabolische Syndrom spiegeln eine fehlerhafte Kommunikation zwischen der Umwelt und der genetischen Ausstattung unseres Körpers wider, die sich letztlich in Entgleisungen des Zucker-, Fett- und Hormonstoffwechsels niederschlägt.

Dieser Vortrag wird neue Erkenntnisse zur Krankheitsentstehung des Metabolischen Syndroms diskutieren, die die Wechselwirkungen zwischen Ernährung, körperlicher Aktivität und genetischer Stoffwechselkontrolle umfassen. Dabei soll insbesondere die Frage beantwortet werden, auf welche Weise genetische Schaltstellen das Überangebot an Nahrung und die zunehmende Bewegungsarmut in unserer Gesellschaft in Stoffwechseldefekte des Metabolischen Syndroms übersetzen und dabei gleichzeitig neue molekulare Therapieansätze für die Behandlung dieser Erkrankung ermöglichen.

 

 

Peter Nawroth

 

Prof. Dr. Peter Nawroth
Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Heidelberg

Metabolisches Syndrom - warum und was tun? (Videovortrag 38 min.)

 

 

 

Das metabolische Syndrom bezeichnet das gleichzeitige Auftreten mehrerer Krankheiten, wie z.B. Übergewicht, Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und Störungen des Zuckerstoffwechsels sowie andere. Seine Bedeutung erlangte der Begriff "Metabolisches Syndrom" dadurch, dass zum einen diese Patienten ein hohes Risiko besitzen, einen Diabetes mellitus zu entwickeln, zum anderen da diese Patienten ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall haben. Das Metabolische Syndrom nimmt zum einen in einer mehr sitzenden, als sich bewegenden Industriegesellschaft zu, zum anderen aber auch in einer Wohlstandsgesellschaft, die immer älter wird.

Noch vor wenigen Jahren herrschte die Vorstellung, dass es eine gemeinsame Ursache für alle Komponenten des Metabolischen Syndroms gäbe, wobei man sich vor allem auf das schlechte Ansprechen des Körpers auf Insulin und das Übergewicht konzentrierte. Neuere Forschungen zeigen hingegen, dass jede dieser einzelnen Komponenten des Metabolischen Syndroms separat gesehen werden sollte, auch separat therapiert wird, wodurch eine sehr viel individuellere Medizin möglich wird als nur der vereinfachende Ruf nach Gewichtsabnahme. Die Konsequenzen dieser neuen Entdeckungen werden in dem Vortrag ebenso behandelt werden wie Fragen, ob die Neigung zu Störungen des Fett- und Glukosemetabolismus nur evolutionärer Müll sind, oder ob durchaus auch positive Aspekte diesen Facetten des Metabolischen Syndroms abgerungen werden können.

 

 

Rolf-Verres

 

Prof. Dr. Rolf Verres
Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Heidelberg

Lebenskunst beim Älterwerden (Videovortrag 45 min.)

 

 

 

Auch beim abschiedlichen Leben kann man immer wieder neu in die Welt hineinkommen. Ein zentrales Lebensthema für alle Menschen besteht darin, aus Erfahrungswelten hinauszugehen und in neue Welten hineinzukommen, die ungewiss sind. Wann ist der Mensch in der Welt angekommen und wann beginnt er, aus der Welt hinauszugehen?

Der Beruf kann eine Quelle von Lebenssinn sein, er kann aber auch ein Geschäft bedeuten, das den Menschen davon abhält, Lebenssinn zu finden, vor allem dann, wenn der Beruf einseitige Festlegungen bedeutet hat. Die Welt bietet dem einzelnen Menschen vielfältige Rollenangebote, die Selbstverwirklichung ermöglichen. Daneben haben viele Menschen eine Sehnsucht nach etwas Anderem. Viktor von Weizsäcker sprach vom „ungelebten Leben“. Die Hingabe zum Beruf ist die eine Sache, die Selbstliebe ist damit nicht unbedingt identisch. Wenn Menschen also von den Anforderungen ihres Berufes zunehmend frei werden, kann sich die Frage stellen, ob es noch unerfüllte Sehnsüchte gibt, die etwas mit Selbstverwirklichung zu tun haben könnten.

Das Stirb und Werde ist ein lebenslanges Thema. In der Befreiung von den Anforderungen des bisherigen Berufs ergibt sich die Möglichkeit, neue Faszinationen zu entdecken. Man kann das Älterwerden als ein langsames Aus der Welt gehen betrachten, aber auch als eine Möglichkeit, sich das, was bisher gefehlt hat, bewusst zu machen und zu vervollkommnen. Die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit kann eine spirituelle Kraft mit sich bringen. Der Weg nach innen kann eine Wirklichkeitserfahrung bedeuten, die Erinnern, Vergessen und Loslassen bedeutet. Aus dem Loslassen ergeben sich neue Möglichkeiten der Freiheit.

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 06.11.2012
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